Dipl.-Ing. Michael Grolm,

Agraringenieur

Seiner Lehre zum Landschaftsgärtner schloss Michael ein Studium für ökologische Landwirtschaft an. Währenddessen befasste er sich intensiv mit Imkerei und leitete die studentische Fachgruppe Obstbau. Seine Diplomarbeit schrieb er zum Thema „Feldobstbau“.
Viele Schnittkursbesuche, die Pflanzung unzähliger Bäume und das langjährigen Pflegen verschiedener Anlagen vertieften sein Wissen enorm.
Seinen Meister fand er in Hans-Joachim Bannier, bei dem er in zwei Schnittsaisonen in die Lehre ging.
Auch die vielen ungepflegten und verschnittenen Obstbäume seiner Heimat verstärkten den Wunsch ihm, in diesem Bereich etwas zu ändern.

Das Spezialwissen über den Obstbaum als Kulturpflanze mit eigenen Ansprüchen ist kein Bestandteil der grünen Ausbildungsberufe. Da es keinen eigenen Beruf mehr gibt, der sich um die Obstbäume, deren standortspezifische Sortenauswahl, Pflanzung, Pflege, Gesundheit, Veredelung und Verwendung der Früchte kümmert, ist die Obstbaumschnittschule, die Michael im Jahre 2008 gründete, ein wichtiger Beitrag mit dem Ziel, die Aufgaben des alten Berufes Baumwart*in wieder zu beleben, Multiplikator*innen zu schulen und Wissen weiterzugeben.

Im vergangenen Jahrzehnt ist in der Obstbaumschnittschule ein umfangreiches Angebot gewachsen.
Die Besonderheit ist, dass nach methodischen Theorieeinheiten das intensive „Üben am Objekt“ in allen Kursen folgt. Der eigens entwickelten „Leitfaden für den hochstämmigen Obstbau„, der als Buch erscheinen wird, hilft beim systematischen und ökonomischen Arbeiten.
Das von Michael initiierte Handlungskonzept Streuobst Thüringen und die Streuobstgruppe im Bioland Verband sind einige weitere Früchte seiner Arbeit und wirken über die Region hinaus.

Mittlerweile sind die Imkerei und die Obstbaumschnittschule die Standbeine von Michael. Zudem ist er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in Mitteldeutschland.

Gesine Langlotz

Während ihrer Tätigkeit in der Landwirtschaft hat Gesine auch die Baumwart*innenausbildung an der Obstbaumschnittschule im Jahr 2015 abgeschlossen. Außerdem hat sie beim Pomologen Hans-Joachim Bannier ein mehrwöchiges Praktikum absolviert, um weitere praktische Erfahrungen im hochstämmigen Obstbau zu sammeln. Seitdem ist sie als Obstbaumpflegerin gefragt und als Ausbilderin der Schnittschule tätig.
In ihrem Studium der Umweltbildung vertiefte sie die bisher erworbenen Kenntnisse in der Gruppenleitung und Naturwissenschaften und nutzt ihre vielfältigen methodischen und didaktische Fähigkeiten in der Erwachsenenbildung zur Weitergabe ihres Wissens über den Oeschbergschnitt. Gesine bildet inzwischen auch hauptverantwortlich die Baumwart*innen an der Obstbaumschnittschule aus und entwicklet die Schule mit Michael Grolm weiter.
In Ostthüringen hat sie mit anderen jungen Menschen 2021 nach langer Suche  einen eigenen Hof gegründet, nachdem sie zuvor den Gemüsebaubetrieb der Solidarischen Landwirtschaft Erfurt aufgebaut haben.
Gesine Langlotz ist in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland und der Jungen AbL aktiv. Sie beschäftigt sich leidenschaftlich damit, wie bäuerlicher Protest auf die Straßen und in die Parlamente getragen werden kann. Ihre Schwerpunkte liegen bei Bodenpolitik, Existenzgründung und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft.

Benedikt Breitung

Im Jahr 2013 absolvierte Benedikt seine Ausbildung zum Baumwart, seitdem schneidet er hauptsächlich in den Wintermonaten Obstbäume im Nebenerwerb und hilft bei der Betreuung der Kurse der Obstbaumschnittschule.

Nachdem er auf verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland, der Slowakei, Schweden und Portugal Erfahrungen gesammelt hat, lebt er seit dem Frühjahr 2018 in Jena. Dort betreibt er eine Imkerei mit Schwerpunkt Königinnenvermehrung und baut als ausgebildeter Gärtner gemeinsam mit Flussland Jena Bio-Gemüse direkt an der Saale an.

Ein weiteres Projekt, an dem Benedikt sich beteiligt, ist die neu eröffnete Jenaer Mosterei, die regionales Streuobst verarbeitet und vermarktet.

Mit Interesse verfolgt er außerdem die Entwicklungen rund um das Thema Regenerative Landwirtschaft/Agroforst/Permakultur und bildet sich dort weiter.

Leonie Streng

Seit Anfang 2020 betreibt Leonie die Biokelterei Bergschäferei in der Märkischen Schweiz in Brandenburg. Während des Studiums der Agrarwissenschaften wurde ihr Interesse am Obstanbau mit besonderem Schwerpunkt auf eine extensive Anbauweise geweckt.
Auf der Bergschäferei verarbeitet sie Kern- und Wildobst zu hochwertigen Säften.
Sie entwickelt die vielfältigen, extensiven Obstbestände der Bergschäferei weiter und bewirtschaftet eine alte Sortenversuchsanlage aus DDR-Zeiten mit über 900 Apfel- und Birnbäumen.
Im Jahr 2022 hat Leonie die zweijährige Baumwartausbildung in der Obstbaumschnittschule abgeschlossen.

Stefan Karl

Stefan kam erst über Umwege zum Baum. Eine Ausbildung und das Maschinenbaustudium haben zunächst nichts mit dem Obstbaumschnitt zu tun. Stets begleitete ihn jedoch die Natur, so auch in der Fachrichtung Konstruktion und der Leichtbautechnik.

Seine Baumwartausbildung schloss er 2013 bei Michael Grolm ab und schneidet seitdem privat viele Bäume. Sein Ingenieurwissen bringt er auch mit ein – zum Beispiel mit den von ihm entworfenen und gebauten universalen Leiterspitzen, die ein Wegrutschen der Leiter verhindern. Diese, wie auch weiteres Zubehör, können bei den Kursen erworben werden.

Eva Kusterer

Eva ist ausgebildete Landschaftsgärtnerin und Baumkletterin. In den vergangenen Jahren hat sie sich in unterschiedlichen Themenfeldern weitergebildet, die einen Bezug zur Landwirtschaft und wilden Naturräumen haben.

Dazu zählt das Studium der Waldwirtschaft und Umwelt, sowie Naturschutz und Landschaftspflege, welches sie gerade in Freiburg an der Uni beendet. Außerdem absolvierte sie die Ausbildung als Baumwartin und hat im Januar 2022 ihre 2-jähige Ausbildung bei der Obstbaumschnittschule abgeschlossen. Sie schneidet viel und am liebsten in größeren Gruppen die verschiedensten Streuobstwiesen.

Weiterhin absolviert sie gerade die Ausbildung zur Waldpädagogin. Dabei schätzt sie es besonders, gemeinsam mit Menschen, Wald und Natur zu erleben und zu entdecken. Durch ihre Leidenschaft seit Jahren im Sommer auf die Alp zu gehen, beschäftigt sie sich zusätzlich intensiv mit dem Aspekt der Kulturlandschaftspflege.

Eva liegt besonders die Schnittstelle von Wald und Landwirtschaft am Herzen. Die Verbindung von Baum und Acker, Obst und Wiese, Tieren und Wald. Die Pflege von Obstbaumwiesen, verstanden als Agroforstsystem, bietet ihr ein wunderbares und sinnvolles Arbeitsfeld. So entsteht der Wunsch Obstbäume wieder mehr in den Fokus der Landwirtschaft zu rücken und das Produkt Obst aufzuwerten.

Christoph Henkel

Schon seit jeher war das Interesse am Thema Holz geweckt. Es begann mit einer Ausbildung zum Holzbildhauer, die erfolgreich absolviert wurde. Danach schloß sich ein halbjähriges Praktikum im Forst an.
Später erfolgte eine mehrjährige Anstellung in einer kleinen Firma für Garten- und Landschaftsbau. Durch den Erwerb eines großen Gartengrundstücks gab es viele Fragen bzgl. des Anlegens einer Streuobstwiese und der Pflege des vorhandenen Altbaumbestandes. Daher absolvierte er eine einjährige Ausbildung zum Baumwart in der Obstbaumschnittschule. Durch das hierbei erworbene Wissen wurde er unter anderem über die Missstände in den Kulturlandschaften sensibilisiert und entwickelte dadurch ein starkes Interesse, das zu ändern. Seit November 2019 ist er selbständiger Baumwart. Im Zuge dieser Selbständigkeit erfolgten zwei Weiterbildungen (Seilklettertechnik A und ASBaum 1 / gewerblicher Kettensägenschein bei der Nürnberger Schule).
Wenn er nicht in Luxemburg ist, um im Zuge eines Großauftrages Tausende von Bäumen zu schneiden, dann findet man ihn entweder in heimischen Privatgärten oder auf Streuobstwiesen der Region. In Zusammenarbeit mit Michael Grolm ist er außerdem bei der Erziehung einer Tanzlinde im südthüringischen Sachsenbrunn aktiv. Hier schließt sich der Kreis zum Beruf des Holzbildhauers – die wahre Kunst ist es, am wachsenden Objekt zu arbeiten und dieses zu formen.

Anna Müller

Der elterliche Hausgarten sorgte während ihrer Ausbildung zur Schreinerin für den allabendlichen Ausgleich, Kontemplation an der frische Luft, Ruhe und pure Freude. Mit der Zeit wurde der Wunsch nach Selbstversorgung mit eigenem Gemüse und Obst immer größer, was sie schließlich an die Obstbaumschnittschule führte.

2017 absolvierte sie dort die 2-jährige Baumwartausbildung und entdeckte dabei nicht nur die Begeisterung für das Handwerk der Obstbaumpflege sondern auch für das Biotop Streuobstwiese.

Sie pflegt und bewirtschaftet seit dem Wiesen mit Jung- und Altbäumen und ist für private und kommunale Kunden als Obstbaumpflegerin tätig.

Aber auch das Gemüse kommt nicht zu kurz, denn seit 2021 arbeitet Anna Müller als Gärtnerin für die junge Solawi Schönborn und verfolgt mit Interesse die Entwicklungen in der regenerativen Landwirtschaft.

Arne Busch

Arne stammt aus dem Bergischen Land, einer in der Vergangenheit durch den hochstämmigen Obstanbau geprägten Region in Nordrhein-Westfalen. Bereits um die Jahrtausendwende begann er sich für den Obstbaumschnitt zu interessieren um sowohl die eigenen Obstbäume sowie die Obstwiesen in der Nachbarschaft fachgerecht pflegen zu können. Das über die Jahre durch Literaturstudium und diverse Schnittkurse angeeignete Wissen hierüber empfand er jedoch bisweilen als unbefriedigend. Daher entschloss er sich in den Jahren 2017/18 die zweijährige Baumwart*innenausbildung in der Obstbaumschnittschule zu absolvieren und erlernte im Rahmen dieser den Oeschbergschnitt.
Seitdem ist er während des Winterhalbjahres in Vollzeit als Obstbaumwart für kommunale sowie private Auftraggeber tätig und versucht auf diese Weise dem Niedergang der regionalen Obstkultur entgegen zu wirken. Während der Sommermonate betreut er als Mitarbeiter einer privaten Prüfeinrichtung ökotoxikologische Freilandstudien mit Honigbienen, Hummeln, Würmern sowie Vögeln.
Im privaten Bereich versucht Arne Busch, das im Rahmen seines Studiums der Forstwissenschaften und Waldökologie sowie in Verbindung mit seiner beruflichen Tätigkeit angeeignete Wissen über ökologische Zusammenhänge, bei dem Auf- und Ausbau seiner weitgehenden Selbstversorgung mit Gemüse und tierischen Produkten zu nutzen.

Lara A. Schubert

Ist seit Absolvierung der Baumwartausbildung der Obstbaumschnittschule selbständig in der Obstbaumpflege tätig und sammelte weitere Erfahrungen im hochstämmigen Streuobstbau in einem mehrwöchigen Praktikum beim Pomologen Hans-Joachim Bannier (Obstarboretum Olderdissen, Bielefeld).
Mit dem Studium der Ökologischen Agrarwissenschaft und Ernährungswissenschaften im Hintergrund beschäftigt sie sich mit Fragen und Perspektiven der regionalen Ernährungsversorgung und den Auswirkungen der Lebensmittelproduktion auf Mensch und Mitwelt. Hierzu setzte sie sich unter anderem mit den ökonomischen Aspekten der Streuobstbewirtschaftung und im Besonderen den Arbeitszeitbedarfen der Hochstammpflege auseinander, ein Themenfeld, dass sie auch im Rahmen der Websemiarreihe in der Obstbaumschnittschule vorstellt.
Sie begeistert sich außerdem für die alte Obstsorten-Vielfalt, deren Erhalt und Nutzung sowie das Handwerk der Veredelung.

Armin Fuchs

Armin ist Architekt, Imker und Baumpfleger. Er hat die 2-jährige Baumwartausbildung bei der Thüringer Obstbaumschnittschule absolviert und war bei Hans-Joachim Bannier in Bielefeld zum Praktikum. Seit vier Jahren pflegt Armin Streuobstbestände im Raum Regensburg und ist ansonsten als selbstständiger SKT-Baumkletterer tätig.

Stefanie Twele

Von frühester Jugend an interessierte sich Stefanie für die Natur und die tierischen Zusammenhänge des Lebens.
Der erste eigene Gartenteich, mit 17 Jahren im elterlichen Garten angelegt, vertiefte ihr ökologisches Wissen  und existiert heute noch. Direkt daneben steht ein alter Apfelbaum, ein Roter Eiserapfel, der vor vielen Jahren von Michael Grolm zum Mehrsortenbaum „umgebaut“ wurde.
Da sie sich selbst dessen weitere Pflege zunächst nicht zutraute, besuchte Stefanie mehrere Kurzlehrgänge zum Obstbaumschnitt und absolvierte schließlich die 2-jährige Baumwartausbildung in der Obstbaumschnittschule.
Seither schneidet sie viele Obstbäume in Privatgärten und auf Streuobstwiesen in ihrer Heimat, der Region OWL und Niedersachsen.
Da es dort sehr viele verschnittene und ungepflegte Obstbäume gibt, beschäftigt sie sich fast ausschließlich mit Umstellbäumen und motiviert Menschen, alte Obstsorten neu nachzupflanzen und zu pflegen.
Daneben befasst sie sich mit der Anlage von artenreichen Blumenwiesen und bunten Hecken aus Vogelnährgehölzen, am liebsten in Kombination mit Streuobst.
Seit 2019 besitzt sie zusammen mit ihrem Ehemann und einem Freund einen Resthof mit 6.500 m² Grundstück, auf dem nach und nach ökologischer Gartenbau praktiziert wird und schon einige neue Obstbäume – natürlich alte Sorten – von ihr und ihrem Mann gepflanzt wurden.
Die Unterstützung der Obstbaumschnittschule mit ihrem Anspruch, Wissen um das Kulturgut Obstbaum zu bewahren, weiter zu entwickeln und vor allem an andere Menschen weiterzugeben, ist ihr ein persönliches Anliegen.

Antoine Demoux

Nach seiner Promotion in Geowissenschaften, ist Antoine als Naturliebhaber und Sportkletterer zu der Baumpflege gekommen. Seit 2010 ist er begeisterter Baumpfleger und Baumkletterer und übt seine Leidenschaft und Berufung hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet aus.

Die Pacht eines Streuobstgrundstückes am Bergerhang in Frankfurt am Main hat in ihm die Neugier erweckt, sich mit der Pflege und Erhalt von Streuobstwiesen zu beschäftigen.

Seine 2-jährige Baumwartausbildung hat er in den Jahren 2015-2016 bei Michael Grolm auf Schloss Tonndorf und in Bielefeld absolviert.

Michael Rietschel

Viele tausende Obstbäume, alt und jung hat Michael seit seiner zweijährigen Ausbildung zum Baumwart nach dem Oeschbergschnitt umarmt, erzogen und gepflegt.

Er hat eine kleine Baumpflegefirma und pflegt für Privat und die Öffentlichkeit mit Freuden und Kolleginnen verschiedenste kleine und große Streuobstwiesen in Thüringen, in ganz Deutschland und Luxemburg.

Michael klettert auch immer wieder gern in andere Laub- und Nadelbäume, und versucht seinen Blick auf die Welt dadurch zu erweitern.Dabei lernt er ständig dazu, ob von anderen BaumwartInnen, den Bäumen selbst oder gar dem Leben.
Seine Erfahrungen tauscht er gern mit anderen aus; als Papa, Freund, Ausbilder in der Obstbaumschule oder als Waldläufer in verschiedenen Wildnisseminaren.

Lernen durfte Michael bei den verschiedensten Wesen und Menschen…Mutter Erde, jeder Menge Bäume, Pflanzen und Tiere, jeder Menge Menschen (Lynx Vilden, Lars Christoph, Michael Grolm, Michael Succow, Wolfgang Peham u.v.a.) und hat dabei die verschiedensten Scheine und Annerkennungen erworben (Erdenbürger, Obstbaumwart, Baumpfleger, Dipl.- Ing. für Landschaftsökologe und Naturschutz, Wildnispädagoge, Geomant, Papa etc.etc.)…

Mal sehen, wo’s noch hin geht…

Laura Rupprecht

Bei ihrem Studium der Politikwissenschaften mit theoretischer Arbeit überbeansprucht, absolvierte Laura Rupprecht mit großer Freude an der Praxis die Baumwart*innenausbildung 2021.
Von klein auf kletternd an Wänden, Felsen und Bäumen unterwegs, ersteigt sie inzwischen Bäume zwecks Pflege auch „fachgerecht“, nachdem sie sich in einem Kurs mit Seilklettertechnik am Baum beschäftigt hat.
Während sie ihre Fertigkeiten in der Weiterbildung zur zweijährigen Baumwartin vertieft, ist sie an Schnitt und Pflege von Streuobstwiesen vor allem in Thüringen beteiligt.

Jakob Halbauer

Neben seinem Studium der ökologischen Agrarwissenschaften arbeitet er als Assistent in einem Schulgarten und beginnt seine erste Saison als selbstständiger Obstbaumwart in Thüringen. Seine Motivation, im Bereich der Landwirtschaft zu arbeiten, kommt aus der Erkenntnis, dass viele dringende Probleme, mit denen die Menschheit heutzutage konfrontiert wird, wie beispielsweise Bodenerosion, Biodiversitätsverlust oder Klimawandel, eng mit der Art und Weise, wie wir unsere Nahrungsmittel erzeugen, zusammenhängen.
Um diesen Problemen entgegenzutreten, braucht es Lösungsansätze, die den Boden aufbauen, Kohlenstoff speichern, Biodiversität fördern und die Resilienz der Nahrungsmittelproduktion steigern.
Die Integration von Obstbäumen in die Landwirtschaft und die Pflege der vorhandenen Obstbäume sieht Jakob als einen der vielversprechensten Lösungsansätze. So hofft er durch die Pflanzung und Pflege von Bäumen und die Weitergabe dieser Fähigkeiten einen Beitrag zu einer blühenden, fruchttragenden Kulturlandschaft leisten zu können.

Anett Roßberg

Durch ihre Kindheit auf dem Milchschafhof ihrer Großeltern hat Anett von jeher einen Bezug zu Natur und Landwirtschaft.
Nach vielen Jahren in der freien Wirtschaft im Bereich Controlling absolvierte Anett 2018/2019 eine Weiterbildung zur Kräuter- und Heilpflanzenpädagogin und stellte so den Bezug zur Natur wieder her. Im Jahre 2020 besuchte sie den Einführungskurs Obstbaumschnitt bei der Obstbaumschnittschule und meldete sich umgehend zur Baumwart*innen-Ausbildung an. Im Jahr darauf absolvierte sie die 1-jähre Baumwart*innen-Ausbildung und befindet sich inzwischen in der Weiterbildung zur 2-jährigen Baumwartin.
Ihre Begeisterung für das Kulturgut Streuobst kann Anett mittlerweile auch im Berufsleben ausleben. 

Als eine der Verantwortlichen für das Projekt „Streuobstwiesen – ein Paradies für Insekten“ beim Förderverein Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. betreut sie zahlreiche größere und kleinere Streuobstwiesen und trägt so einen Teil zu ihrer Erhaltung bei. 

Die Obstbaumschnittschule unterstützt sie mit ihrem kaufmännischen Wissen in vielen Bereichen.

Detlef Rien

Zimmermeister, Imker der Schlossimkerei Tonndorf und begeisterter Baumwart.
Auf Schloss Tonndorf kümmert er sich seit 2018 u.a. um die Pflege und den Erhalt von 3,5 ha Streuobst mit 120 Jung- und 140 Altbäumen. Darüber hinaus schneidet er im Nebenerwerb Obstbäume. Der Anblick einer reichen Apfelernte mit dem betörenden Duft frisch gepflückter Äpfel sind prägende Kindheitserinnerungen auf dem Obsthof seiner Großeltern im Alten Land. Seine Begeisterung für Streuobstwiesen und Obstbäume entstand durch das Wertebewußtsein für Natur und ökologische Zusammenhänge seit seinem Engagement im Natur- und Umweltschutz in Jugendtagen. Lange Zeit dachte er, eine alte Streuobstwiese sei sich im ökologischen Wert selbst genug und es reiche, wenn die Flächen beweidet oder gemäht werden. Heute, mit dem Fokus auf der Pflege der Obstbäume, geht es ihm um den Erhalt eines Kulturgutes und einer Kulturtechnik, nämlich dem fachgerechten Schnitt, von unersetzbarem Wert für unsere Agrarlandschaften.

Rebecca Runge

Rebecca schloss im Jahr 2015 den Master in “Ökologische Landwirtschaft” an der Uni Kassel/ Witzenhausen ab. Davor, währenddessen, sowie danach arbeitete sie auf diversen Höfen innerhalb und außerhalb Deutschlands.
Im Jahre 2017 gründete sie mit zwei Mitstreiterinnen eine Biogärtnerei auf der Insel Rügen. Dort pflanzte sie ihre erste Streuobstwiese. Zudem hielt sie auf der Insel Ausschau nach Obstliebhabenden und deren persönlicher Lieblingssorte aus dem eigenen Garten, um sie zu veredeln.
Nun lebt Rebecca seit 2021 in Bremen, ist in einem sozialen Gärtnereiprojekt tätig und glückliche Absolventin der einjährigen Baumwartausbildung. Sie plant und konzipiert bereits einen Apfel – Lehrgarten für die Stadt Bremen und freut sich über einen fortwährenden Austausch und Lernprozess zum Thema Obstbaum.

Simon Sammler

Simon wuchs in einer ländlichen Umgebung auf. Seine Liebe zur Natur vertiefte er im Studium der Angewandten Umweltwissenschaften und spezialisierte sich auf den Zusammenhang von Boden und Pflanzen. Später kam er zur Baumpflege und qualifizierte sich in diesem Bereich weiter.

Bäume faszinieren Simon Samler in vielfältiger Hinsicht. Er ist in einer Baumpflegefirma in Frankfurt am Main beschäftigt, sein Schwerpunkt ist der Großbaumschnitt und die Obstbaumpflege. Durch die 1-jährige Baumwartausbildung bei der Obstbaumschnittschule und seine intensive Auseinandersetzung mit Obstbäumen als Kulturpflanzen erscheint ihm deren Pflege als „Königsdisziplin der Baumpflege“.

Er bewirtschaftet einen eigenen Garten und entwickelt mit seiner Arbeitsgemeinschaft eine Streuobstwiesenanlage mit Sortenraritäten im Sinne des Naturschutzes weiter. Simon liegt die Weitergabe seines vertieften Verständnisses der Obstbaumpflege besonders am Herzen und unterstützt als Baumpfleger die Kurse der Obstbaumschnittschule.

Franziska Harder

Franziska ist seit ihrer frühen Jugend als Mitglied des „Verein zur Erhaltung bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume e.V.“ im Natur- und Landschaftsschutz aktiv.
Nach ihrem Biologie-Studium in Tübingen schloss sie 2012 die Ausbildung zur Baumwartin an der Thüringer Obstbaumschnittschule mit Auszeichnung ab. Das Studium verblieb ihr zu sehr in der Theorie und sie fand im Obstbaumschnitt ein Berufsfeld, das die praktische Arbeit im Natur- und Landschaftsschutz einschließt und ergänzt.
Seitdem hat sie mehrere Streuobstwiesen und einen Streuobst-Sortengarten in ihre Pflege genommen. Zudem betreut sie jährlich zusammen mit Michael Grolm und Martin Engelhardt das Naturgemäße Obstbaumschnitt-Seminar in Tübingen.
Die Erhaltung der Landschaftsform Streuobstwiese steht und fällt mit der Nutzung der Produkte und dem Bewusstsein der Menschen, daher hat sie die Streuobst-SolidarischeLandwirtschaft als Genossenschaft in Gründung mitgegründet und trägt damit zu einer breiten Nutzung, Veredelung und Vermarktung der Streuobstprodukte im Kreis Tübingen bei.

Hendrik Wulff

Aufgewachsen auf einem kleinbäuerlichen Hof bei Soest in NRW hat Hendrik schon seit Kindestagen Bezug zur Landwirtschaft und ihrer ansprechenden Kulturlandschaft.
Aktuell ist er im Studium der Landschaftsökologie in Münster, wo er viel über Naturschutz lernen darf.
Dabei fehlte ihm bis jetzt der praktische ,,Hands on“-Aspekt, den er in den Kursen der Obstbaumschnittschule fand und weshalb er im Sommer 2022 die einjährige Baumwart*innenausbildung abschloss.
Während der Ausbildung wurde ihm auch die Relevanz einer intakten Kulturlandschaft für eine intakte Natur sehr viel deutlicher.
Deshalb pflanzt und pflegt er nun viele (Obst-)Bäume, befasst sich mit Agroforst als nachhaltiges Bewirtschaftungssystem und wird zunehmend politisch aktiv für die hiesige Kulturlandschaft.
Neben dem Schreiben seiner Bachelor-Arbeit zum Thema Streuobst auf öffentlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, wirkt er bei Schnittaufträgen im öffentlichen und privaten Raum mit.
Seinen SKT-A-Schein wird er bald erwerben, um auch in die höchsten und schönsten Bäume klettern zu können.
Besonders freut er sich aber, als Ausbilder bei den Kursen mitzuwirken.

Jacob Langlotz

Jacob Langlotz ist gelernter Tischler und arbeitete einige Jahre in Festanstellungen, unter anderem mit dem Schwerpunkt Restauration.
Mit Naturverbundenheit, der Lust auf vielfältige Beschäftigung und handwerklichem Geschick bei Holzarbeiten, absolvierte er 2021 die einjährige Baumwart*innenausbildung. Das dort vermittelte Wissen begeisterte ihn so sehr, dass er die zweijährige Ausbildung direkt hinterher schob.
Neben seiner Tätigkeit als selbstständiger Baumwart ist er Teil eines Hofprojekts in Thüringen. Dort ist er hauptsächlich damit beschäftigt einen Dreiseitenhof zu sanieren. In Zukunft wird er dort eine eigene Holzwerkstatt einrichten und Kurse anbieten.
Das Lernen und Arbeiten in der Obstbaumschnittschule auf Augenhöhe und mit anderen offenen Menschen bringen Jacob viel Freude.
Er ist gespannt nun eine weitere Herausforderung anzunehmen und Teil des Ausbildungsteams zu sein.

Merlin Krafft

Merlin Krafft (ohne Pronomen) schloss als ursprünglich gelernte Ethnolog*in im Frühjahr 2021 die Ausbildung zum/zur Baumwart*in ab und ist seitdem hauptberuflich im Obstbaumschnitt tätig.
Da sich die Ausbildung pandemiebedingt über 1 1/2 Jahre streckte, entstanden schon parallel dazu erste Möglichkeiten das Gelernte in einem professionellen Team unter Kolleg*innen im Rahmen größerer Schnittaufträgen weiterzuentwickeln.
Pädagogische Erfahrungen eignete sich Merlin während einer mehrjährigen Anstellung in einer Einrichtung für Geflüchtete und als Mädchenfußballtrainer*in an verschiedenen Berliner Schulen an. Die verständliche Vermittlung und Umsetzung von Theorie in die Praxis ist das Ziel und bereitet Merlin viel Freude.
Verortet im Norden von Deutschland wird Merlin in Zukunft primär bei den Kursangeboten im nördlichen Raum mitwirken.
Außerhalb vom Obstbaumschnitt engagiert sich Merlin im Foodsharing e.V. im Bereich der Lebensmittelrettung und gibt der nachhaltigen Gartenkultur als Vorstand im Kleingartenverein eine Stimme.

Harald Friedrich

Harald Friedrich ist gelernter Landschaftsgärtner und Gartenbautechniker mit einer eigenen kleinen Firma in Esslingen. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für das Kulturgut Streuobstwiese. Im Jahr 2018 absolvierte er bei Michael Grolm die Ausbildung zum Baumwart.
Neben seiner Tätigkeit als Planer und Projektleiter im Landschaftsbau nimmt die Arbeit als Baumwart immer mehr Raum ein. Da für ihn die Vervielfältigung seines Wissens im Vordergrund steht, unterrichtet und berät er die Baumbesitzer durch praktischen Einzelunterricht oder in Kleingruppen direkt am Baum.
Sein Ziel ist es, sie dabei schrittweise in die `Selbstständigkeit` beim Baumschnitt zu führen, damit möglichst viele Bäume in einer akzeptablen Qualität erhalten werden und neue heranwachsen können. Die Jungbaumerziehung liegt ihm besonders am Herzen.

Martin
Engelhardt

Martin ist seit 1987 als Botaniker und Naturschützer in Süddeutschland tätig.

Er berät Behörden, Kommunen und Landwirte über das komplexe Thema Streuobst: Wiederherstellung von alten Beständen, Planung und Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen, Vermarktungskonzepte und vieles weitere. Im Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg engagiert er sich zudem ehrenamtlich als „Referent für Streuobst“. Sein Ziel ist der Erhalt und die Wiederherstellung von blumenbunten Wiesen und den Hochstämmen für Mensch, Tier und Pflanze.

Seit über 20 Jahren produziert und vermarktet er Obstprodukte – ohne jeglichen Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger, auch ohne die, die im Bio-Anbau zugelassenen sind. Die Bewirtschaftung der Wiesen erfolgt traditionell unter Berücksichtigung von arten- und naturschutzfachlicher Kriterien. Als Unternutzung werden Heuwerbung und/oder die Beweidung mit alten Schafrassen eingesetzt.

Im Jahr 2004 begann die Zusammenarbeit mit Michael Grolm, um den Baumschnittkurs in Tübingen auszurichten.

Dipl.-Ing. Peter Trapet,
Landschaftsarchitekt

„Verbindung“ ist ein zentraler Begriff im Leben von Peter. Sein Studium als Landschaftsarchitekt und Umweltplaner lässt ihn an der Schnittstelle zwischen Natur und Kultur tätig sein. Die Schwerpunkte sind Schulhofumgestaltungen, Planung und Bau von naturnahen Spielräumen, sowie diverse Wildnisprojekten.

Seit 1999 ist Peter professioneller Baumpfleger, seitdem legte er viele Streuobstwiesen an und pflegt sie. Die Obstbäume als Kulturobjekt müssen wieder in die Nutzung gebracht und vor allem richtig gepflegt werden. Für ihn verkörpern besonders Pflanzen Lebensfreude, Genuss und Vielfalt. Als Kulturprodukt schenken sie uns eine bunte Vielfalt an Sorten und Geschmäckern – als Naturwesen folgen sie ihren ganz eigenen Wachstumsgesetzen…

Neben der Tätigkeit als Baumwart der Obstbaumschnittschule ist er als Kursleiter am Bildungszentrum Höxter, seiner eigenen Firma und als Wildniscoach tätig.

Burkhard Kaiser

Nachhaltige Landnutzung mit Schwerpunkt in Agroforstsystemen ist der Schwerpunkt der Beratungen von Burkhard.
Seit 1992 arbeitet er an Projekten zur Agroforstwirtschaft in Mitteleuropa und führt dazu Planungen, Beratungen und Schulungen durch.

Er ist Gründungsmitglied der Europäischen und Deutschen Agroforst-Vereinigungen EURAF und der Arbeitsgemeinschaft Agroforst Deutschland. Das wachsende Netzwerk und der Aufbau der Agroforstkampagne liegen im am Herzen. Burkhard unterstützt mit seinem Fachwissen somit nicht nur die Obstbaumschnittschule.

Jürgen Golz

Die norddeutsche Natur- und Kulturlandschaft, in der Jürgen aufwuchs, hatte einen prägenden Einfluss auf seine ehrenamtlichen Tätigkeiten im Naturschutz. So ist er nicht nur in mehreren Vereinen aktiv vor allem in den Bereichen Biotoppflege sowie Fledermaus- und Eulenschutz, sondern beschäftigt sich insbesondere schon seit Langem mit der Geschichte, Ökologie und Pflege der Knicks (Wallhecken). Diese dienten ursprünglich der Einfriedigung von Tieren, wofür die auf ihnen wachsenden Gehölze seitlich zu einem dichten Lebendzaun umgelegt („geknickt“) wurden.
Da diese Form der Nutzung in Deutschland vollständig zum Erliegen gekommen ist, erlernte Jürgen die praktischen Aspekte des Heckenlegens in Großbritanien und den Niederlanden, wo diese Kulturtechnik heute noch (bzw. wieder) praktiziert wird.
So kommt es, dass in Norddeutschland vereinzelt wieder gelegte Knicks zu sehen sind (mit all den ökologischen Vorteilen), zunächst vor allem auf seinem Privatgrund und von ihm betreuten Flächen eines Naturschutzvereins, aber später auch dadurch, dass er in Kursen sein theoretisches und praktisches Wissen zu dieser historischen Form der Knickpflege an Interessierte weitergibt. Jürgen gibt auch in der Obstbauschnittschule Kurse zum Thema Heckenlegen.
Des Weiteren entwickelt und pflegt er Streuobstwiesen, ebenfalls sowohl privat als auch für einen Naturschutzverein. Beruflich ist Jürgen Hochschuldozent für Psychologie.

Julian Siebert

Julian ist ausgebildeter Rettungssanitäter, Baumwart und momentan Student der Pflanzentechnologie. Seit jeher beschäftigte er sich mit Themen rund um die Umwelt, den Klimawandel und Kulturlandschaft.

Durch sein Studium an der Hochschule Osnabrück hat er seine Interessen stetig weiter ausbauen können. Schwerpunkte liegen neben der Kernkompetenz der Pflege bei Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz von Kulturlandschaften. Insbesondere bei Anpassungsmaßnahmen gegen Trockenheit, der fachgerechten Ernährung von Beständen und der Standorterkundung für Neupflanzungen sieht er noch großes Potential für Verbesserungen der momentan gängigen Praxis.
Seit Herbst 2021 stellt er seine Erkenntnisse und Ergebnisse in Fachvorträgen einem breiteren Publikum zur Verfügung.

Am meisten Freude bereitet ihm aber die Begegnung mit Menschen und diese bei ihren individuellen Lernprozessen zu unterstützen, weshalb er sehr froh ist, seit Winter 2020 das Team der Obstbaumschnittschule unterstützen zu dürfen.

Johannes Köhler

Johannes Schmitz

Stephan Kolodziej

Danilo Braun

Film zu den Schnittkursen


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